Warum helfen auch teure Anti-Cellulite-Cremes nicht?

Glaubt man den Versprechen der Hersteller von Anti-Cellulite-Cremes, dann scheint es mit ihren Produkten ohne Weiteres möglich zu sein, die Cellulite für immer und ewig loszuwerden. Die Hersteller wittern hier ein großes Potential an Kundinnen, denn knapp 90 % aller Frauen sind mehr oder weniger von dieser Beeinträchtigung betroffen. Und da die Orangenhaut von den Frauen als starker Makel empfunden wird, der sich auch nachteilig auf das Selbstwertgefühl auswirkt, greifen sie gern zu diesen Mitteln. Doch wie steht es wirklich mit deren Erfolgen bei der Bekämpfung von Cellulite? Können teure Anti-Cellulite-Cremes helfen?

 

Wie wirken die Anti-Cellulite-Cremes?

 

Die Hauptwirkstoffe der hauptsächlich verwendeten Cremes sind Koffein und Retinol. Dem Koffein wird eine belebende Wirkung auf die Haut zugeschrieben und es soll dabei helfen, den Stoffwechsel im Bindegewebe anzukurbeln. Retinol ist ein Antioxidans und unterbindet die schädliche Wirkung freier Radikale. Diese können dazu führen, dass die Haut älter aussieht. Retinol wirkt Falten entgegen und sorgt für eine straffere Haut. Als weitere erwünschte Wirkung wird die Produktion von Kollagen stimuliert. Das Ergebnis einer Behandlung der Orangenhaut mit einer Creme, die Koffein und Retinol enthält, soll sich in einer glatteren Haut widerspiegeln. So jedenfalls die Versprechen der Hersteller. Aber es gibt auch Anti-Cellulite-Cremes auf rein pflanzlicher Basis. Zu deren Wirkstoffen gehören beispielsweise Rosmarin, Birke, Grüner Tee, Fenchel, Kolanuss, Efeu, Eisenkaut und Corallina Officinalis.

 

Anti-Cellulite-Cremes – ein bisher kaum erforschtes Gebiet

 

Momentan existieren nur wenige Studien, die sich mit der Wirksamkeit von Anti-Cellulite-Cremes auseinandersetzen. Und es zeichnen sich bei manchen dieser Studien durchaus Ergebnisse ab, die darauf hindeuten, dass bestimmte Cremes mit den genannten Inhaltsstoffen bei der Behandlung von Cellulite auch tatsächlich erfolgreich sein können. Allerdings – und das ist das große Handikap – wurden die Cremes als Komplexe mehrerer Substanzen untersucht und damit konnte bisher nicht bestätigt werden, welcher Stoff genau für die Wirkung zuständig ist. Und dass hier noch große Unklarheiten herrschen, zeigt auch die Tatsache, dass man bei der Entwicklung der Cremes auf Ergebnisse setzt, die sich bei Versuchen im Reagenzglas zeigten.

 

Praxistests existieren aber durchaus schon

 

Es gibt sie natürlich schon, die Praxistests. Allerdings in viel zu geringer Zahl und auch kaum aus der letzten Zeit. Vor einigen Jahren veröffentlichte die Stiftung Warentest die Ergebnisse eines Tests, an dem 300 Frauen im Alter zwischen 35 und 60 Jahren teilnahmen. Allesamt waren von Cellulite an den Schenkeln geplagt. Der Test erstreckte sich über vier Wochen und bezog in seiner Auswertung die Meinungen und Erfahrungen der Testpersonen, aber auch die Einschätzungen von Hautärzten mit ein. Der Test wurde mit zwei Gruppen durchgeführt, eine dieser Gruppen erhielt eine Creme mit Wirkstoffen, während die andere Gruppe unwissentlich mit Placebo-Cremes testeten. Das Ergebnis wurde als enttäuschend bezeichnet. Kein signifikanter Unterschied war festzustellen zwischen den beiden Testgruppen, und zwar sowohl hinsichtlich der Eigeneinschätzung der Probandinnen als auch hinsichtlich der dermatologischen Beurteilungen. Allerdings waren die Testerinnen von den begleitenden Eigenschaften der Anti-Cellulite-Cremes durchaus größtenteils angetan und lobten Geruch, Konsistenz und Anwendungseigenschaften der meisten Produkte. Weniger allerdings waren sie mit der Wirkung bei ihrer Cellulite zufrieden – aber darum ging es bei dem Test ja in erster Linie.

 

Warum helfen teure Anti-Cellulite-Cremes eigentlich nicht?

 

Man vermutet, dass dies daran liegt, dass die Hautbarriere nicht überwunden werden kann. Dadurch können sie nicht tief genug in die Haut eindringen, um ihre Wirkung zu entfalten. Die Substanz, die dies noch am ehesten vermag, ist das Koffein. Es kann auch in tiefere Hautschichten vordringen und hier eine lipolytische Wirkung entfalten, womit das Auslösen von Fettsäuren aus den Fettzellen gemeint ist. Dadurch baut sich Fettgewebe ab und das gespeicherte Fett kann in den Energiehaushalt einfließen. Aber dennoch darf man hier keine Wunder erwarten. Es ist immer noch wesentlich besser, der Cellulite durch Bewegung, Sport und gesunde Ernährung entgegen zu wirken, als auf den heilenden Effekt von Anti-Anti-Cellulite-Cremes zu setzen.




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